Eine Rakete bringt eine Raumsonde ins All. Aber wie kommt sie danach zu einem weit entfernten Planeten, ohne riesige Mengen Treibstoff mitzunehmen? Die Flugplaner nutzen die Schwerkraft anderer Planeten. [1]

Auch die Erde zieht eine vorbeifliegende Sonde an. Dabei verändert sich deren Flugbahn. Weil die Erde selbst um die Sonne unterwegs ist, kann die Sonde bei einem passend geplanten Vorbeiflug Bewegungsenergie von ihr übernehmen. Aus Sicht der Sonne ist die Sonde danach schneller. Die Erde verliert dabei einen winzigen Anteil ihrer Bewegungsenergie. Für ihre Bewegung ist das praktisch unmerklich. [2]

Die Flugrichtung entscheidet

Die Sonde muss genau richtig ankommen. Ein anderer Vorbeiflug kann sie auch abbremsen. „Am Planeten vorbei“ heißt also nicht automatisch „schneller“. Richtung, Abstand und Zeitpunkt gehören zum Plan.

So ein Manöver heißt Swing-by oder Schwerkraftmanöver. JUICE nutzte Ende September 2026 einen Vorbeiflug an der Erde auf ihrem Weg zum Jupiter. Ihr Ziel sind der große Planet und seine Eismonde. [1]

Eine zusätzliche Rakete braucht die Erde dafür nicht. Ihre Schwerkraft und ihre Bewegung sind schon da. Die Menschen, die die Sonde steuern, müssen beides geschickt nutzen.

Zeichne den Flugplan

Male die Erde als Kreis auf ein Blatt. Zeichne eine gebogene Linie daran vorbei: Das ist die Flugbahn deiner Sonde. Ergänze einen Pfeil, der zeigt, in welche Richtung die Erde unterwegs ist.

Warum brauchst du den zweiten Pfeil? Nur die Anziehungskraft zu zeigen, erklärt noch nicht, woher der zusätzliche Schwung im Vergleich zur Sonne kommt. Der bewegte Planet gehört zur Erklärung dazu.

Und wenn dein erster Flugplan danebenliegt? Zum Glück kostet Radieren weniger als eine Raumsonde.