JUICE kam auf dem Weg zum Jupiter noch einmal an der Erde vorbei. Am 28. September gewann die ESA-Sonde bei diesem Manöver gegenüber der Sonne 3,5 Kilometer pro Sekunde an Geschwindigkeit. Ihre Flugrichtung änderte sich um ungefähr 20 Grad. Beim nächsten Punkt lag sie rund 8.640 Kilometer über dem Indischen Ozean. [1]

Warum ein Vorbeiflug hilft

Die Schwerkraft der Erde verändert die Bahn der Sonde. Dabei ist die Erde selbst um die Sonne unterwegs. Durch den passend gewählten Vorbeiflug tauschen Planet und Sonde Energie und Impuls aus. Die Wirkung auf den sehr viel schwereren Planeten ist winzig, für die Sonde aber nützlich. [2]

Ein Gravity Assist kann die Geschwindigkeit gegenüber der Sonne auch verringern. Richtung und Verlauf des Vorbeiflugs entscheiden über seine Wirkung. Das Manöver erzeugt keine Energie aus dem Nichts. Es kann Bahnänderungen übernehmen, für die sonst zusätzlicher Treibstoff nötig wäre. [2]

Unter das Eis schauen

JUICE soll Jupiter und die Eismonde Ganymed, Kallisto und Europa untersuchen. Forschende interessieren sich unter anderem für die inneren Bedingungen und die Wasservorkommen unter dem Eis. Daraus soll ein genaueres Bild dieser Welten entstehen. [3]

Wasser allein ist kein Nachweis von Leben. Die Mission untersucht Bedingungen, die für solche Fragen wichtig sind. Welche Antworten die Messungen liefern werden, ist Teil der Forschung und kein bereits feststehendes Ergebnis.

Der Erdvorbeiflug zeigt schon jetzt, wie eine sorgfältig gewählte Bahn die Möglichkeiten einer Mission erweitert. Im Weltraum lohnt es sich, den Weg vom Ziel her zu berechnen.