Der September war in Deutschland deutlich wärmer als im Vergleichszeitraum 1991 bis 2020. Der Deutsche Wetterdienst nennt in seiner vorläufigen Auswertung vom 29. September eine Mitteltemperatur von 15,9 Grad. Das liegt 2,1 Grad über diesem Vergleichsmittel und zählt zu den zehn wärmsten Septembermonaten seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. [1]
Ein bundesweiter Monatswert beschreibt nicht die Temperatur einer bestimmten Wohnung. Für den langfristigen Klimaverlauf braucht es längere Messreihen. Und die Ursachen eines einzelnen Ereignisses werden mit eigenen Untersuchungen geprüft.
Wärme bleibt zwischen Häusern
Bebaute Oberflächen nehmen Wärme auf und können sie später wieder abgeben. Weniger Vegetation und zusätzliche Abwärme tragen zu städtischen Wärmeinseln bei. Bäume beeinflussen die Belastung durch Schatten und Verdunstung. Die genaue Wirkung hängt von den örtlichen Bedingungen ab. [2]
Für eine Kommune sind deshalb einzelne Orte entscheidend: ein unbeschatteter Schulhof, ein Platz ohne Sitzmöglichkeiten im Schatten oder ein Gebäude, das sich stark aufheizt. Messungen vor Ort können zeigen, wo eine Maßnahme am dringendsten gebraucht wird.
Wer einen Baum pflanzt oder einen Platz umbaut, sollte die spätere Wirkung prüfen. Wie viel Schatten entsteht dort, wo Menschen ihn nutzen? Bleibt der Ort erreichbar? Eine allgemeine Temperaturmeldung beantwortet diese Fragen nicht. Sie liefert einen Anlass, die örtlichen Bedingungen genauer anzusehen.