Wo liegt dein Sportbeutel? Wie heißt das neue Kind in deiner Klasse? Manchmal fehlt dir eine Antwort, obwohl du sie kennen müsstest.

Vielleicht hast du beim ersten Mal nicht richtig aufgepasst. Dann wurde die Information schon am Anfang nicht gut aufgenommen. Vielleicht ist die Erinnerung vorhanden, aber du kannst gerade nicht auf sie zugreifen. Ein Hinweis kann helfen: das erste Zeichen eines Namens oder der Ort, an dem du jemanden getroffen hast.

Erinnern ist kein Videoabspielen

Dein Gedächtnis speichert Erlebnisse nicht wie eine Kamera. Wenn du dich erinnerst, kann sich deine Darstellung verändern. Darum können zwei Menschen dieselbe Situation unterschiedlich erzählen.

Forschende untersuchen auch, wie und warum Erinnerungen schwerer abrufbar werden. Dabei gibt es verschiedene Erklärungen. Es wäre zu einfach, jeden vergessenen Namen auf eine einzige Ursache zurückzuführen. [2]

Schlaf unterstützt das Lernen und das Festigen von Erinnerungen. Die Nacht nach dem Lernen ist deshalb keine verlorene Zeit. [1]

Fünf Dinge, eine Geschichte

Bitte jemanden, fünf kleine Gegenstände auf einen Tisch zu legen. Schau sie dir an. Dann werden sie mit einem Tuch verdeckt. Welche kannst du nennen?

Versucht es später mit fünf anderen Gegenständen. Denk dir diesmal eine kleine Geschichte aus, in der alle vorkommen. Vielleicht fährt die Spielfigur auf dem Radiergummi zum Löffel.

Hilft dir die Geschichte? Vergleicht eure Erfahrungen. Das ist kein Intelligenztest. Müdigkeit, Ablenkung und die Gegenstände selbst können das Ergebnis verändern.

Wenn dir ein Wort nicht einfällt, musst du dich also nicht gleich für vergesslich erklären. Manchmal hilft schon ein Moment Ruhe.