Manchmal verletzen wir andere. Aus Ärger, aus Unachtsamkeit oder weil wir einen Witz lustig fanden, den das Gegenüber nicht lustig fand.

Dann kann eine Entschuldigung helfen. „Tut mir leid, dass du so empfindlich bist“ ist allerdings keine Übernahme von Verantwortung. Der Satz schiebt das Problem zur verletzten Person.

Sag, was passiert ist

Bei der zerknüllten Zeichnung könntest du sagen: „Ich habe dein Bild zerknüllt. Das war nicht in Ordnung. Es tut mir leid.“ Damit benennst du deine eigene Handlung.

Dann kannst du fragen, wie du helfen kannst. Vielleicht lässt sich das Papier noch glätten. Vielleicht möchte die andere Person ein neues Blatt. Vielleicht ist etwas verloren gegangen, das du nicht ersetzen kannst.

Eine gute Entschuldigung macht einen Schaden nicht automatisch ungeschehen. Sie kann aber zeigen, dass du ihn ernst nimmst und dein Verhalten ändern willst. Respekt und der Umgang mit Konflikten gehören zu einem Zusammenleben, in dem Kinderrechte gelten. [1] [2]

Drei Sätze zum Ausprobieren

Denkt euch zu zweit einen kleinen Konflikt aus. Formuliert eine Entschuldigung mit drei Teilen: Was habe ich getan? Wofür übernehme ich Verantwortung? Was werde ich jetzt oder beim nächsten Mal anders machen?

Tauscht die Rollen. Welche Formulierung fühlt sich für euch ehrlich an? Welche klingt eher nach einer Ausrede?

Die andere Person darf Zeit brauchen. Sie muss dich nicht umarmen und nicht sofort sagen: „Alles wieder gut.“

Und beim nächsten Bild zeigt sich, ob deine Entschuldigung etwas verändert hat: indem du es heil lässt.