Eine Untersuchung zur KI-Kennzeichnung auf Instagram, TikTok, X und YouTube zeigt Lücken. Das am 29. September auf arXiv veröffentlichte Papier untersucht 10.722 ausgewählte Beiträge, eine von Fachleuten bewertete Teilmenge und kontrollierte Testuploads. [1]
In der untersuchten Gruppe von Deepfakes mit gesellschaftlichen Risiken trugen 33 Prozent ein KI-Label der Plattform. Bei den eigenen Testuploads mit üblichen Herkunftssignalen waren es 61 Prozent. Die beiden Werte stammen aus unterschiedlichen Teilen der Untersuchung. Das Papier ist ein noch nicht begutachteter Preprint; seine Auswahl erlaubt keine Gesamtquote für das Internet. [1]
Auch ein echtes Bild kann täuschen
Ein KI-Hinweis sagt etwas über die Herstellung eines Inhalts. Er erklärt nicht automatisch, ob dessen Aussage stimmt. Eine künstlich erzeugte Illustration kann einen Zusammenhang verständlich darstellen. Ein echtes Video kann durch eine falsche Bildunterschrift einen anderen Ort oder Zeitpunkt behaupten.
Bei einem verdächtigen Beitrag hilft deshalb der Blick auf die ursprüngliche Veröffentlichung. Gibt es eine längere Aufnahme? Lässt sich das Ereignis zeitlich und örtlich zuordnen? Gibt es eine unabhängige Bestätigung? Mehrere Konten, die dieselbe ungeprüfte Aufnahme teilen, liefern noch keine mehreren Belege.
Was die Plattform beitragen muss
Herkunftsinformationen müssen dort sichtbar sein, wo Menschen den Beitrag sehen. Außerdem braucht es Möglichkeiten, falsche Kennzeichnungen und falsche Behauptungen zu korrigieren. Ein fehlendes Label kann diese Prüfung nicht ersetzen.