Ostdeutsche sind in Führungspositionen weiterhin zu wenig vertreten, sagt Elisabeth Kaiser, die Ostbeauftragte der Bundesregierung. Bei der Vorstellung ihres Jahresberichts am 30. September verlangte sie mehr Beteiligung in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Justiz, Kultur und Medien. [1]
Für die obersten Bundesbehörden nennt sie eine Verbesserung: Dort stieg der Anteil ostdeutscher Führungskräfte von 13,9 Prozent im Jahr 2022 auf 16,3 Prozent. Zugleich beschreibt Kaiser ein Gefälle innerhalb der Hierarchien: Je höher die Ebene, desto geringer werde der ostdeutsche Anteil. Diese Angaben beziehen sich auf die Bundesbehörden, nicht auf sämtliche Führungskräfte des Landes. [1]
Leistung braucht einen Zugang
Der Bericht 2026 beschäftigt sich auch mit sozialem Aufstieg. Damit geht es um mehr als eine regionale Verteilung. Vermögen, familiäre Voraussetzungen und Beziehungen können die Wege beeinflussen, die Menschen offenstehen. Ost- und Westdeutschland sind jeweils keine einheitlichen Lebenslagen. [2]
Eine faire Personalauswahl muss Qualifikation erkennen können, auch wenn ein Lebenslauf vom gewohnten Muster abweicht. Nachvollziehbare Kriterien und offene Ausschreibungen machen sichtbar, worauf eine Entscheidung beruht. Aus einer niedrigen Quote allein lässt sich der Grund für eine einzelne Ablehnung allerdings nicht ablesen.
Zum 36. Jahrestag der Einheit steht damit eine konkrete Aufgabe im Raum: Den Zugang zu Verantwortung so gestalten, dass Herkunft und vorhandene Kontakte nicht stillschweigend darüber entscheiden, wer überhaupt berücksichtigt wird.