Am Montag, dem 5. Oktober, stehen Lehrerinnen und Lehrer im Mittelpunkt des Weltlehrertags. Die UNESCO verbindet den Tag 2026 mit dem 60. Jahrestag der gemeinsamen Empfehlung von ILO und UNESCO zum Status von Lehrkräften. Es geht um ihre Rechte, ihre berufliche Stellung und die Bedingungen, unter denen sie unterrichten. [1]
Die Empfehlung von 1966 nennt vieles, das noch immer nach einer aktuellen Schuldebatte klingt: Zeit für Vorbereitung und Korrekturen, Unterstützung bei Aufgaben außerhalb des Unterrichts und Klassen, in denen individuelle Aufmerksamkeit möglich ist. Sie ist eine internationale Empfehlung, keine automatisch geltende deutsche Personalvorgabe. [2]
Eine Unterrichtsstunde ist nur ein Teil der Arbeit
Wer auf die Stunden vor einer Klasse schaut, sieht einen Ausschnitt. Unterricht muss vorbereitet werden. Arbeiten brauchen Rückmeldungen. Kinder und Eltern brauchen Gespräche. Genau solche Tätigkeiten sollen laut der Empfehlung bei der Bemessung der Arbeitszeit berücksichtigt werden. Auch berufliche Fortbildung gehört dazu. [2]
Das hat eine einfache Konsequenz: Ein Entlastungsversprechen lässt sich nicht allein an einer neuen Software oder einem neuen Formular beurteilen. Entscheidend ist, ob danach tatsächlich weniger Arbeit anfällt. Ein digitales Verfahren, in das dieselben Angaben zusätzlich eingetragen werden müssen, wäre in diesem Beispiel keine Entlastung.
Was eine Schule konkret gewinnen sollte
Eine sinnvolle Prüfung beginnt bei den Aufgaben. Was braucht pädagogische Erfahrung? Was lässt sich durch Verwaltung oder andere Beschäftigte erledigen? Welche Meldung wird überhaupt gebraucht? Dabei darf die Arbeit nicht bloß bei einer anderen überlasteten Person landen.
Auch zusätzliche Unterstützung braucht Verlässlichkeit. Eine befristete Hilfe kann einen Engpass überbrücken. Wenn eine Aufgabe dauerhaft anfällt, muss die Schule auch dauerhaft wissen, wer sie erledigt. Sonst geht die Suche nach einer Lösung jedes Jahr von vorn los.
Der Weltlehrertag bietet einen Anlass, solche Entscheidungen sichtbar zu machen. Wer über Personal und Budgets entscheidet, sollte erklären, welche Zeit Lehrkräfte künftig für Unterricht, Förderung und Gespräche gewinnen. Die freundliche Rede zum Ehrentag lässt sich sofort halten. Die Änderung im Stundenplan und in der Aufgabenverteilung muss danach folgen.