Familienministerin Karin Prien ist nach einem Bericht der Tagesschau bereit, geplante Kürzungen beim Elterngeld zu überdenken. Im Gespräch war eine Verkürzung der gemeinsamen Bezugsdauer des Basiselterngelds von bis zu 14 auf zwölf Monate. Die Modelle werden beraten; der Bericht vom 30. September beschreibt keine bereits geltende Neuregelung. [1]

Nach den aktuellen Informationen des Familienministeriums können Eltern unter den jeweiligen Voraussetzungen zusammen bis zu 14 Monate Basiselterngeld erhalten. Ein Elternteil kann grundsätzlich höchstens zwölf Monate beziehen. ElterngeldPlus und der Partnerschaftsbonus sind zusätzliche Gestaltungsformen mit eigenen Bedingungen. Die Zahl 14 bedeutet deshalb nicht, dass jede Person automatisch 14 Monate bezahlt bekommt. [2]

Was am Vorschlag offen ist

Ein im Sommer diskutiertes Modell reservierte jeweils drei Monate für beide Elternteile und ließ sechs weitere Monate zur Aufteilung. Damit ergäben sich insgesamt zwölf Monate, für einen Elternteil höchstens neun. Nach dem Tagesschau-Bericht wird die Ausgestaltung in der Koalition erneut besprochen. Dieses Modell wird hier als Vorschlag beschrieben. [1]

Für die Bewertung einer späteren Regelung zählt, wann sie beginnen soll, welche Geburten oder Anträge sie betrifft und welche Übergänge vorgesehen sind. Solange kein beschlossener Text vorliegt, wäre eine sichere Antwort auf diese Fragen voreilig. Eltern können ihre aktuelle Planung an den geltenden Informationen prüfen; eine Schlagzeile über eine mögliche Änderung ersetzt diese Prüfung nicht.

Planung braucht einen verlässlichen Zeitraum

Ein Beispiel zeigt, weshalb der Zeitpunkt wichtig ist: Zwei Eltern verteilen Betreuung und Erwerbsarbeit, vereinbaren eine Auszeit und rechnen ihre Einnahmen für diese Monate durch. Eine später wirksame Kürzung würde eine andere Planung verlangen. Ob sie die konkrete Familie betrifft, hängt dann von der tatsächlich beschlossenen Regelung und ihrem Beginn ab. Das Beispiel ist keine Vorhersage für laufende Ansprüche.

Auch Begriffe müssen stimmen. Elterngeld unterstützt das Einkommen während der Betreuung eines Kindes. Elternzeit ist die Freistellung von der Arbeit. Eine Debatte über Leistungsmonate beantwortet deshalb nicht automatisch, wie lange Eltern von der Arbeit freigestellt sein können. [3]

Für die eigene Planung bietet das Familienportal Informationen und einen Elterngeldrechner. Der Rechner hilft beim Vergleich von Aufteilungen, ersetzt aber nicht die Prüfung des konkreten Antrags durch die zuständige Stelle. Maßgeblich sind die Regeln, die für den eigenen Fall gelten. [4]